Trunkenheit: Kulturen des Rausches

Front Cover
Thomas Strässle, Simon Zumsteg
Rodopi, 2008 - 266 pages
Die Trunkenheit kennt viele Formen, unter denen die alkoholische nur eine, wenn auch die bekannteste ist. Es gibt daneben die “trockene Trunkenheit” beim Tabakkonsum, die “geistliche Trunkenheit” im religiösen Rausch und eine ganze Reihe von Zuständen gesteigerter bis überbordender Emotionalität wie die “Liebestrunkenheit”, die “Glückstrunkenheit” oder die “Freudentrunkenheit”. Trunkene Zustände sind ebenso exzessiv wie exzentrisch, und als solche sind sie Zustände anderer Ordnung, in denen vorübergehend außer Kraft gesetzt ist, was ansonsten gilt – um einer Eigengesetzlichkeit willen, die sich aus sich selbst heraus entfaltet. Darin liegt auch das gemeinsame Moment der Trunkenheit mit einer breiten Palette an verwandten Begriffen wie “Rausch”, “Ekstase”, “Dionysisches”, “Taumel”, “Trance” oder “Schwindel”, in denen ebenfalls eine kontemplative, reflexive oder emotionale Distanz zugunsten einer Steigerung der autopoietischen Intensität eingezogen wird. Um diese Grundfigur und auf diesem Begriffsfeld kreisen die Beiträge, die der vorliegende Band versammelt.

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Contents

EKSTASEN DES REDENS
127
LIEBESTRUNKENHEITEN
191
POETIKEN DER TROCKENEN TRUNKENHEIT
223
Copyright

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Common terms and phrases

Popular passages

Page 56 - HÄLFTE DES LEBENS Mit gelben Birnen hänget Und voll mit wilden Rosen Das Land in den See, Ihr holden Schwäne, Und trunken von Küssen Tunkt ihr das Haupt Ins heilignüchterne Wasser. Weh mir, wo nehm' ich, wenn Es Winter ist, die Blumen, und wo Den Sonnenschein, Und Schatten der Erde?
Page 66 - Das Fräulein stand am Meere Und seufzte lang und bang, Es rührte sie so sehre Der Sonnenuntergang. Mein Fräulein ! sein Sie munter, Das ist ein altes Stück; Hier vorne geht sie unter Und kehrt von hinten zurück.
Page 88 - IT was the best of times, it was the worst of times, it was the age of wisdom, it was the age of foolishness, it was the epoch of belief, it was the epoch of incredulity, it was the season of Light, it was the season of Darkness, it was the spring of hope, it was the winter of despair, we had everything before us, we had nothing before us, we were all going direct to Heaven, we were all going direct the other way — in short, the period was so far like the present period, that some of its noisiest...
Page 29 - Nicht Individuen, sondern mehr oder weniger idealische Masken; keine Wirklichkeit, sondern eine allegorische Allgemeinheit, Zeitcharaktere, Lokalfarben zum fast Unsichtbaren abgedämpft und mythisch gemacht; das gegenwärtige Empfinden und die Probleme der gegenwärtigen Gesellschaft auf die einfachsten Formen zusammengedrängt, ihrer reizenden, spannenden, pathologischen Eigenschaften entkleidet, in jedem ändern als dem artistischen Sinne wirkungslos gemacht...
Page 129 - Dans toutes les classes, en France, on sent le besoin de causer: la parole n'y est pas seulement comme ailleurs, 'un moyen de se communiquer ses idées, ses sentiments et ses affaires, mais c'est un instrument dont on aime à jouer et qui ranime les esprits, comme la musique chez quelques peuples, et les liqueurs fortes chez quelques autres.
Page 258 - Die Erscheinung ist das Entstehen und Vergehen, das selbst nicht entsteht und vergeht, sondern an sich ist und die Wirklichkeit und Bewegung des Lebens der Wahrheit ausmacht. Das Wahre ist so der bacchantische Taumel, an dem kein Glied nicht trunken ist, und weil jedes, indem es sich absondert, ebenso unmittelbar [sich] auflöst — ist er ebenso die durchsichtige und einfache Ruhe.
Page 130 - Wenn du etwas wissen willst und es durch Meditation nicht finden kannst, so rate ich dir, mein lieber, sinnreicher Freund, mit dem nächsten Bekannten, der dir aufstößt, darüber zu sprechen.
Page 88 - Darkness, it was the spring of hope, it was the winter of despair, we had everything before us, we had nothing before us, we were all going direct to Heaven, we were all going direct the other way - in short, the period was so far like the present period, that some of its noisiest authorities insisted on its being received, for good or for evil, in the superlative degree of comparison only. There were a king with a large jaw and a queen with a plain face, on the throne of England...

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